Gartenplanung: Wachstum berücksichtigen, Ideen sammeln

Den Garten planen. Checkliste zur Ideensammlung.

Vor mir liegt eine Auswahl an Mustern für den Bodenbelag eines zu renovierenden Zimmers. Meine Frau und ich sind uns schnell einig, welches Muster uns am besten gefällt. Doch haben wir wirklich an alles gedacht? Ein Bodenbelag ist etwas sehr Schönes und je nach Wahl vermittelt er dem Zimmer eine andere Atmosphäre.

Wir stellen uns den Boden ganzflächig vor und sind sehr zufrieden – bis wir dann realisieren, wie er zusammen mit gewissen Möbeln aussehen würde. Das macht mich dann doch stutzig. Die Sache ist komplexer als ich dachte. Da fällt mein Blick in den Garten. Dort ist es noch schwieriger zu gestalten. Für einen Moment tauche ich ein in die Welt des Gartens und seiner Planung.

Der Garten lebt

Spaziere ich durch unser Dorf, fällt mir auf, wie immer mehr Hausbesitzer auf Steingärten setzen. Der Vorteil ist klar: Weniger Pflegeaufwand und die Gestaltung ist fix. Dort wo Pflanzen und Gehölze wachsen, ist persönliche Präsenz gefragt. Es geht um Licht und Schatten,  Pflegeaufwand, Klima, Jahreszeiten, Vorlieben und vieles andere. Ein Garten ist immer im Wandel. Das lässt sich nicht abstreiten. Darum ist Gartenplanung immens wichtig. Vorausdenken und die verschiedensten Bedürfnisse erkennen. Eine Herausforderung!

Einkreisen

Sind meine Frau und ich mit dem Auto zu einem uns unbekannten Ziel unterwegs, stellen wir uns darauf ein, es einzukreisen. Will heissen: Wir tasten uns heran. Genau so geht es bei der Gartenplanung.

Gartenplanen: Der Profi zeichnet ihre Ideen

Zuerst Ideen sammeln und dann mit dem Profi-Gartenplaner besprechen und zeichnen lassen.

Die wichtigsten Punkte:

  • Der vorhandene Raum bestimmt die Möglichkeiten. Vielleicht haben Sie einen Grundrissplan vom Bauen her. Diesen können Sie kopieren und bei Bedarf vergrössern. Das Grössenverhältnis sollte bei der Planung unbedingt berücksichtigt werden.
  • Kennzeichnen Sie, welche Pflanzen bleiben sollen.
  • Die Wunschliste: Gartenteich, Pergola, Pavillon, Wunschbepflanzung, Abgrenzung gegen aussen oder keine – alles, was man sich wünscht, darf man einplanen. Wie bei der Budgeteingabe. Kürzen kann man immer noch.
  • Die gesetzlichen Vorgaben. Achten Sie von Anfang an darauf, dass die gesetzlichen Richtlinien (zum Beispiel Abstände zum Nachbarn) eingeplant sind.
  • Möchten Sie einen Sitzplatz oder zwei und wie sieht es mit der Morgen-, Mittags- und Abendsonne aus? Bedenken Sie: Ein altes Gebäude in der Nachbarschaft kann einem neuen weichen. Neue Gebäude werden aufgrund der Raumnutzung in der Regel höher gebaut. Und plötzlich ist Ihre Sonnen- eine Schattenterrasse.
  • Vorsicht beim Streichen alter Bäume aus Ihrem Konzept. Neue Bäume oder Gehölze wachsen nur langsam nach und Kahlschlag nimmt dem Garten viel Charme.
  • Wenn Sie alles gesammelt haben, kommt das Detailkonzept. Man muss nicht gleich den ganzen Wunschgarten über den Haufen werfen, vielleicht reichen einige spezifische Korrekturen. Hier ist sicher ein erstes Gespräch mit dem regionalen – oder je nachdem spezialisierten – Gartenplaner von Vorteil. Vielleicht möchten Sie einen Naturgarten oder haben spezielle Voraussetzungen wie eine Hang-Anpflanzung.

An dieser Stelle möchte ich nochmals bewusst auf den professionellen Gartenplaner hinweisen. Natürlich lassen sich viele Informationen via Internet in Erfahrung bringen. Diese sind jedoch nicht zwingend auf Ihre individuellen Voraussetzungen ausgerichtet. Der Gartenplaner kennt die regionalen Verhältnisse und kann auf eine grosse Erfahrung zurückgreifen.  

Als wir unser Haus in den 1990er Jahren bezogen hatten, dauerte es 2 bis 3 Jahre, bis unser Garten allmählich zu dem wurde, was er in unsern Köpfen längst hätte sein müssen. Das hat auch mit der Wohnlage zu tun. Auf 750 Metern ü. M. wächst nicht alles, dafür ein bisschen langsamer. Gärten sind wie Menschen. Individuell. Der Garten hat sich uns immer als Wundertüte dargestellt: Pflanzen, die beim Nachbar wunderbar sprossen, gediehen bei und nicht – und umgekehrt. Garten braucht Geduld. Er gibt uns den Zeitplan vor. Natur eben.

Holz gestaltet

«Ich will noch den Spezialisten fragen, ob dieser Boden nicht zu dominant ist, um unsere Möbel darauf zu stellen oder ob wir etwas Neutraleres wählen sollen.» Mit diesen Worten holt mich meine Frau wieder aus meinen Gedanken zurück. Ich lande wieder  im Zimmer  bei den Bodenbelägen. .

Wir selbst können vieles erarbeiten und vorausplanen. Beste Voraussetzungen lassen sich allerdings mithilfe eines Fachmanns schaffen …