KMU, Vereine, Landwirtschaft: Buchhaltung ist Pflicht!

Wem haben wir eigentlich die Buchhaltung zu verdanken?

Wer sich beruflich selbstständig macht oder eine Teilselbstständigkeit ausübt, ist verpflichtet, über die Geschäftstätigkeit eine Buchhaltung zu führen. Warum? Ganz einfach gesagt dient die Buchhaltung dazu, alle Geschäftsvorgänge aufzuzeichnen. Als Geschäftsführer hat man somit den schnellen und extrem wichtigen Überblick zu der aktuellen finanziellen Situation und dem Steuergesetz wird ebenfalls Rechnung getragen, da nichts versteckt bleibt.

Dieser Überblick wird oft unterschätzt. Denn wenn Firmen Konkurs gehen, ist nicht selten eine unsauber geführte Buchhaltung Grund für den finanziellen Bankrott. Finanzielle Transparenz das interessiert auch den Fiskus. Das mag die meisten von uns ärgern, weil wir nun mal nicht gerne Steuern zahlen, ist aber eben doch sinnvoll. Denn ohne Steuern wäre unser öffentliches Leben massiv beeinträchtigt, bzw. unser Lebensstandard könnte nicht aufrechterhalten werden.

Beim Begriff Buchhaltung denken wir heute an Cloud-Lösungen, an moderne Software, die sich möglichst einfach abfüllen lässt und die für Unternehmensentscheide wichtige Daten auf die Schnelle ausspuckt. Doch wer hat die Buchhaltung eigentlich erfunden?

«Wär hät’s erfunde?»

Diese Frage beschäftigt uns nicht nur bei Ricola, von der dieser Spruch in der Werbung verwendet wird. Der Blick in die Online-Enzyklopädie Wikipedia gibt uns mehr Aufschluss über die Hintergründe einer jahrhundertalten Geschichte. Der Mathematiker und Franziskaner Luca Pacioli (1445 in Borgo San Sepolcro, Toskana; † 1514 oder 1517 in Rom) ist vor allem in den Wirtschaftswissenschaften bekannt, weil er 1494 als erster die doppelte Buchführung komplett beschreibt. Lernhelfer.de schreibt, dass die Anstellung als Hauslehrer bei einem venezianischen Kaufmann ihn mit der Doppelten Buchführung, die in Venedig seit zwei Jahrhunderten üblich war, in Berührung brachte. Wir sehen, das ist über 500 Jahre her.

Pacioli war laut Zeit.de «Mathematiker von hohem Rang, werktätiger Intellektueller, Lehrer und Gast in Rom, an den Höfen von Perugia, Florenz, Mailand; er lehrte als Professor an den bedeutendsten Universitäten Italiens».

Ich erinnere daran, dass Buchhaltung das Gesetz unterstützen soll. Umso mehr bin ich im ersten Moment überrascht, dass diese Recherche – neuzeitlich gesehen – eher ein verwerfliches Handeln aufdeckt. So wurde Pacioli vorgeworfen, seine Auslegungen wären von seinem Lehrer, dem Maler und Mathematiker Piero della Francesca, nach dessen Tod gestohlen worden. So richtig wissen werden wir es wohl nie, da vermutlich das Gesetz vor 500 Jahren noch anders gehandhabt wurde. Zudem scheint mir die Plagiatsfrage (ein Plagiat ist die Anmassung fremder geistiger Leistungen – © Wikipedia) sehr menschlicher Natur zu sein. Weiter stellt sich mir die Frage, wie viel Spielraum Buchhaltung überhaupt ermöglicht, da sie in sich ein Thema ist, das fixe Vorgehensweisen hat. In dem Sinne wird wohl jedes schriftliche Werk über Buchhaltung etwas «plagiatisches» haben …

Ein Werk nach dem Tode des Lehrers weiterzuführen, muss aus meiner Sicht nicht zwingend Plagiatsgedanken beinhalten. Lernhelfer.de hilft uns auch hier weiter.

«Pacioli habe zwar die doppelte Buchführung nicht erfunden, er hat sie jedoch systematisiert und trug wesentlich zu ihrer Verbreitung unter den europäischen Kaufleuten bei

Die erste gedruckte Darstellung über die doppelte Buchhaltung stammt unzweifelhaft von ihm ist auf Zeit.de im Artikel «Algebra des Kapitals» nachzulesen.

Warum wurde die Buchhaltung erfunden, bzw. von Menschen wie Pacioli weitergeführt und bei der Zielgruppe bekannt gemacht? Zeit.de schreibt, dass es im ausgehenden 15. Jahrhundert nicht selbstverständlich war, dass «hauptsächlich drei Dinge für den notwendig sind, der mit gebührendem Fleiss Handel treiben will»:

  • erstens «das bare Geld und jede andere Vermögenssubstanz»;
  • zweitens, dass «man ein guter Rechner und geschickter Buchhalter sei»,
  • und drittens, dass man zum Schluss «mit schöner Ordnung alle seine Geschäfte in gebührender Weise einträgt, damit man in aller Kürze von jedem Kenntnis haben kann, sowohl von den Schulden als auch von den Guthaben, denn auf anderes erstreckt sich der Handel nicht».

«damit man in aller Kürze von jedem Kenntnis haben kann, sowohl von den Schulden als auch von den Guthaben»

Richtig! Denn so ist eine wirklich saubere Geschäftsführung und nur so ist aus meiner Sicht Erfolg möglich. Davon profitieren wir auch heute noch, sofern wir nicht in Gedanken und im Handeln in die Nicht-Selbstverständlichkeit des 15. Jahrhunderts zurückfallen …

Einfache Buchhaltungssoftware hilft.

Dank Buchhaltung den schnellen und einfachen Überblick haben

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