Andreas Räber, Autor und Texter

Andreas-Räber.ch: Autor, Coach & Online-Marketing-Spezialist

Förderung von Eigenverantwortung, die Sozialpädagogik macht’s vor

Eigenverantwortung, ob wir uns dem Inhalt dieses Begriffes bewusst sind? Im Alltag in unserem Lebensumfeld ist er enorm wichtig, fördert er doch unsere Persönlichkeit und verhindert gleichzeitig allgemein oder einem persönlich schadende Unterfangen. 

Am 25. Mai wird die Datenschutzverordnung der EU, die sogenannte DSGVO, in Kraft treten. Deren Ziel ist es, persönliche Daten im Internet besser zu schützen. Die EU nimmt dabei insbesondere Unternehmen, die Personendaten erheben, in die Pflicht und droht bei Missbrauch mit drakonischen Strafen von bis zu 20 Millionen Euro.

Das Internet wurde von Grund auf nie auf Sicherheit aufgebaut. Es hat sich zu rasant entwickelt. Mit der DSGVO will man dem nun entgegentreten.

Beim genaueren Hinsehen stellt man fest, dass wir alle, die wir uns tagtäglich im Internet bewegen und letztendlich Datenverteiler sind, weder behaftet noch in die Pflicht genommen werden. Will heissen, es sind Schuldige gesucht und gefunden worden: die Unternehmen. Die am Ursprung aller Datenerfassung stehenden User, sprich wir, werden mit keinem Wort mitberücksichtigt.

Damit fehlt für die Umsetzung des längst fälligen und verbesserungswürdigen Datenschutzes ein sehr wichtiger Teil: die Eigenverantwortung der Nutzer.

Sozialpädagogik vermittelt

Umgang mit dem Leben, inklusive schwierigen Herausforderungen.

Die Sozialpädagogik macht es vor

Schutz muss sein. Besonders bei Kindern oder kranken Menschen. Das gilt im echten Leben wie im virtuellen Bereich. Nachfolgend zwei Beispiele, wie Sozialpädagogik Eigenverantwortung ernst nimmt:

«In der Sozialpädagogik wird versucht, die Eigenverantwortung eines jungen Menschen und damit seinen selbstständigen Umgang mit allgemeinen Lebenslagen in der Gesellschaft zu stärken. Da die Befähigung eines jungen Menschen, am gesellschaftlichen und öffentlichen Leben teilzunehmen, nicht bei jedem gleich ausgebildet ist, beschäftigt sich die Sozialpädagogik auch mit der Möglichkeit, gesellschaftliche Benachteiligungen abzubauen, die ebendiese Befähigung zum Ziel haben.» Quelle: Wikipedia.org (de.wikipedia.org)

«Kernaufgabe von Sozialpädagoginnen und -pädagogen ist die professionelle Begleitung von Einzelnen oder Gruppen, deren selbständige Lebensgestaltung und soziale Integration erschwert, gefährdet oder verunmöglicht ist. Sie erfolgt traditionsgemäss vor allem in stationären oder teilstationären Settings, die aber zunehmend von ambulanten oder offenen Settings abgelöst werden. Die Begleitung zielt darauf ab, Menschen, die ihr soziales Umfeld überfordern oder von diesem überfordert sind, durch stützende, ergänzende oder ersetzende Strukturen zu entlasten und ihren Ressourcen entsprechend in der eigenständigen Bewältigung des Alltags zu fördern.» (Carigiet u.a. 2003) Quelle  hoehere-fachschule-sozialpaedagogik.ch

Befähigung, am gesellschaftlichen und öffentlichen Leben teilzunehmen

Vielleicht sehen wir öffentliches Leben als bereichernd an. Wir, die wir es gewohnt sind, in Gruppen unterwegs zu sein. Doch es gibt Menschen, die brauchen mehr Zeit um, sich an andere Menschen zu gewöhnen. Die sich nicht an wirtschaftlichen Vorstellungen und Bedingungen orientieren können, sondern ihr eigenes Lebenstempo gehen müssen. Sie brauchen andere, die sie begleiten und helfen, Eigenverantwortung wahrzunehmen, Ängste abzubauen und Vertrauen ins Leben zu schaffen.

«…durch stützende, ergänzende oder ersetzende Strukturen zu entlasten und ihren Ressourcen entsprechend in der eigenständigen Bewältigung des Alltags zu fördern.»

Ihren Ressourcen entsprechend die eigenständige Bewältigung fördern. Die HFS – Höhere Fachschule für Sozialpädagogik – in Zizers bildet Menschen aus, die anderen bei der Integration, und damit auch in der Anwendung ihrer Eigenverantwortung, in ihren Alltag helfen.

Eigenverantwortung: so viel wie möglich

Dass das eingangs genannte DSGVO Menschen vor Datenmissbrauch schützen will, ist vollkommen richtig. Nur haben wir es längstens verpasst, rechtzeitig den korrekten Umgang mit dem weltoffenen Netz zu fördern und zu lernen, mit unseren Personendaten vorsichtig umzugehen. Der Internetzugriff ist heute ein Grundrecht und mit den Smartphones ist er praktisch von überall her möglich. Mit allen Vor- und Nachteilen. Im digitalen Bereich hinken in Sachen Aufklärung der Hintergründe und der Förderung der Eigenverantwortung längst Jahre hinterher.

Ohne Eigenverantwortung und ohne konstruktive Begleitung durch pflichtbewusste Eltern, Schulen, Freunde, Fachpersonen etc. ist das DSGVO zwar gut gemeint, aber nicht in der Form durchsetzbar, wie es das Ziel eigentlich erforderlich machen würde.

Eigenverantwortung neu entdecken. Und wenn sie uns nur aufzeigt, dass wir nicht alles haben müssen …

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